Fernwärme 2030+
Die Basis:
Erneuerung des bestehenden Fernwärmenetzes
Das bestehende Horgner Fernwärmenetz der Werke wird mit Abwärme der KVA Horgen (Eigentümerin: Entsorgung Zimmerberg) betrieben und versorgt rund 2'600 Haushalte in der Gemeinde mit Wärme. Das Netz und die Spitzenlastzentralen sind mittlerweile vierzig Jahre alt und bedürfen einer Erneuerung. Unter anderem ist eine neue Entlastungsleitung (sog. "Ringschluss") im bestehenden Netz geplant, damit die Wärmeversorgung auch während der Bauarbeiten gesichert bleibt.
Durch die Konzessionsverlängerung der KVA bleibt die Versorgungssicherheit des aktuellen Netzes gewährleistet. Am See im Bereich Scheller gilt es, den dort bestehenden Wärmeverbund auch nach dem Wegzug der Abwasser-Entsorgungsanlage (ARA) im Jahr 2029 weiter mit Wärme zu beliefern. Es ist geplant, diesen Ausbau parallel zur Sanierung voranzutreiben. Nicht zuletzt sollen dereinst auch mehr Anschlüsse möglich werden.
Künftiger Ausbau: Verbunde Scheller und Käpfnach
Um mit dem künftigen Ausbau der Fernwärme in Form der zwei zusätzlichen Wärmeverbunde Scheller und Käpfnach beginnen zu können, wird die Annahme eines Globalkredits durch das Stimmvolk benötigt. Am 22. Mai 2025 wurden die Horgnerinnen und Horgner anlässlich einer Veranstaltung über die weiteren Schritte zur Sicherung der Fernwärmeversorgung informiert (Präsentation).
Denn schon im Herbst 2025 entscheiden Urnenabstimmung und Gemeindeversammlung über die Voraussetzungen einer sicheren Versorgung:
ein Fernwärme-Reglement, das den aktuellen technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten gerecht wird und die dringend nötige Erneuerung des Fernwärmenetzes. Erst wenn diese Voraussetzungen angenommen werden, kann ein weiterer Ausbau des Netzes in Betracht gezogen werden. Die Energiestrategie Richtung Netto-Null und die daraus resultierenden, zahlreichen Projekte, die der Gemeinde Horgen aufgetragen wurden, zeigen deutlich, dass die Bevölkerung auf grüne Energien setzen will.
Strategie Fernwärme 2030+ und der See als Trumpf
Zusammen mit Experten für Fernwärme-Konzepte wurde die Ausgangslage und das Ausbaupotenzial analysiert und eine Strategie für die zukünftige Fernwärmeversorgung der Gemeinde Horgen ausgearbeitet. Im Bereich Scheller drängte sich aufgrund der Lage des Gebiets direkt am See eine einfache Lösung auf: den dortigen Wärmeverbund mit Energie aus dem See zu beliefern. Bei einer Kopplung der beiden Netze der Fernwärme Horgen und des Wärmeverbundes Schellers durch Ringleitungen könnten Anschlüsse sodann von beiden Seiten beliefert werden. Damit wird die Seewärme auch in See fernere Gebiete gebracht und die Versorgungssicherheit durch Redundanz erhöht. Und: es braucht insgesamt weniger Spitzenlastzentralen, also weniger Material.
Nach demselben Prinzip soll auch im Bereich Käpfnach ein Wärmeverbund mit Seewasser-Fassung entstehen. Diese weitere Ringverbindung wird die Leistung der bestehenden Fernwärme in Horgen und den Wärmeverbund Scheller verdichten und absichern. Im Falle einer Störung bei einem der drei Wärmeverbünde lässt sich dank der anderen beiden koppelbaren Ringleitungen der Betrieb des gesamten neuen Fernwärmenetzes weiterhin sicherstellen.